{"id":2357,"date":"2014-07-28T14:11:29","date_gmt":"2014-07-28T14:11:29","guid":{"rendered":"http:\/\/hfsucher.kklick.com\/?p=2357"},"modified":"2014-08-04T10:43:39","modified_gmt":"2014-08-04T10:43:39","slug":"mein-roepergraben","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/hfsucher.kklick.com\/?p=2357","title":{"rendered":"Mein R\u00f6pergraben"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Arial;\">R\u00f6pergraben 14. wo? R\u00f6pergraben 14! Wo is\u00b4n das? In Steele! Wo? In Steele! Aha, wo is\u00b4n das? Bei Essen, H\u00e4?<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial;\">Sp\u00e4testens wenn man Nordrhein-Westfalen verlassen hatte musste ich mich oft mit solchen Frage-Antwort Spielchen auseinander setzen. Das war in Rengsdorf so, w\u00e4hrend der &#8222;Kinderlandverschickung&#8220;, in Bielstein so und in Nideggen \u2013 wo mich Klassenfahrten hingef\u00fchrt hatten, in Pfadfinderlagern und auch in sp\u00e4teren Berufsjahren. Ich habe mich immer geweigert Essen-Steele als Geburtsort anzugeben. Warum? Isso! Viel mehr als meine fr\u00fche Kindheit und meine Lehre hatte ich ja in Steele nicht verbracht, warum also immer noch Steele? Den R\u00f6pergraben gibt es schon ewig nicht mehr, Platt gemacht f\u00fcr ein Luftschloss namens Wertheim und an Steele erinnern nur noch ein paar Geb\u00e4ude, Stra\u00dfen und alte Bilder. Also warum? Ganz ehrlich, keine Ahnung! Vielleicht ist es die Erinnerung an Stolperpflaster, Abwasserrinnen, Plumpsklo und Zinkbadewanne oder an die Musik die vom Amboss in der Schmiede am Scheidtmanntor herr\u00fchrte oder an den Geruch von Leder, Gummi und Klebstoff in der Schusterwerkstatt gegen\u00fcber der kleinen Kneipe. Es k\u00f6nnte aber auch \u2026 . Erstaunlich, als ich mich im Internet umtat um ein paar Hintergr\u00fcnde nachzuforschen und auch um meine Erinnerungen zu pr\u00fcfen, fiel mir auf das ich nicht alleine bin. Au\u00dfer, dem leider inzwischen verstorbenen, Karl Hansmann, den ich gefunden habe weil er in seinem Buch &#8222;Ein altes Haus packt <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/hfsucher.kklick.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/072814_1411_MeinRpergra1.jpg\" alt=\"\" align=\"left\" \/>aus &#8211; von H\u00f6lzken op St\u00f6cksken&#8220; zweimal &#8222;R\u00f6pergraben&#8220; erw\u00e4hnt hat, gibt es viele andere Steelenser die ihre Heimatstadt nicht vergessen k\u00f6nnen. Es muss wohl doch an Steele liegen.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial;\">R\u00f6pergraben 14, ein altes Fachwerkhaus im oberen Teil des R\u00f6pergraben beherbergte die ganze Familie, Gro\u00dfeltern, zwei Tanten, drei Onkeln (Onkels?) der Vierte war noch in britischer Kriegsgefangenschaft, meine Mutter und mich. Vater gab es nicht, hatte wohl was mit dem Krieg zu tun. Diese Begr\u00fcndung war auch noch viel sp\u00e4ter zu h\u00f6ren aber Ende der 40er Anfang der 1950er doch recht H\u00e4ufig.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial;\">Die Nummer 14 ist das hintere der beiden H\u00e4user. Hinter dem Fenster rechts au\u00dfen schliefen meine Onkeln, hinter dem Fenster im Dach die &#8222;M\u00e4dels&#8220;. Das Fenster unten links geh\u00f6rte zur Wohnung in dem kleineren Haus. Rechts vor dem Haus lag die Einfahrt zu einer Lagerhalle, dazwischen f\u00fchrte der R\u00f6pergraben weiter, grobe Richtung Bahnhof West, vor dem kleinen, querstehenden Fachwerkhaus links an der hinteren Querseite\u00a0<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"http:\/\/hfsucher.kklick.com\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Roepergraben-22bkb.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2406 size-full\" src=\"http:\/\/hfsucher.kklick.com\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Roepergraben-22bkb.jpg\" alt=\"Roepergraben-22bkb\" width=\"609\" height=\"800\" srcset=\"http:\/\/hfsucher.kklick.com\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Roepergraben-22bkb.jpg 609w, http:\/\/hfsucher.kklick.com\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Roepergraben-22bkb-228x300.jpg 228w\" sizes=\"auto, (max-width: 609px) 100vw, 609px\" \/><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>Legende:<br \/>\n<span style=\"font-family: Arial; font-size: 9pt;\"><em>1: R\u00f6pergraben; 2: Steeler Stra\u00dfe; 3: Krayer Stra\u00dfe; 4 : Scheidtmanntor;<br \/>\n5: Humannstra\u00dfe; 6: Isinger Tor; 7: Ahestra\u00dfe; 8: Graffweg; 9: Kirchspiel;<br \/>\n10: Kaiser-Wilhelm-Stra\u00dfe; 11: Hansastra\u00dfe; 12: Brinkerplatz; 13: Kaiser-Wilhelm-Platz; 15: Kaiser-Otto-Platz; 16: Bahnhof Steele West; 17: F\u00fcrstin-Franziska-Christine-Stift;<br \/>\n18: Trinkhalle mit Bed\u00fcrfnis; 19: B\u00fcdchen Wiehe; 20: Klinthammers Schmiede mit Wohnhaus; 21 : Schumacher Werkstatt; 22: Wohn-und Gesch\u00e4ftshaus mit Gastst\u00e4tte (in dieser stand zur WM 1954 ein Fernsehger\u00e4t); 23: K\u00e4ltetechnik (Ate?); 24: Wiehes Wohnung, Schreibwarenladen; 25: Wohn- u. Gesch\u00e4ftshauser, das obere ausgebombt, an der Ecke zum Brinkerplatz eine Gastst\u00e4tte; 26: Wohn u. Gesch\u00e4ftsh\u00e4user, an der Ecke zum R\u00f6pergraben Annemie`s Union-Kneipe; 27: Toto-Bude; 28: Fahrrad Reimann; 29: Milch u. Molkereiwaren, Kurzwaren?; 30: Metzgerei; 31: Damenfris\u00f6r; 32: Elektro-Velten-Emden; 33: Sparkasse u. Schreibwarenladen; 34: Fris\u00f6r; 35: Lebensmittelladen \u2013 Sch\u00fcrmann?; 36: Eisdiele Kemmerling; 37: Albrecht; 38: Eckgesch\u00e4ft; 39: Spedition Gebr.Helff; 40: Bed\u00fcrfnisanstalt; 41: Obst und Gem\u00fcse Bieringer; 42: Neubau mit Schnellimbiss (Currywurst); 43: Wacholderst\u00fcbchen; 44: Gastst\u00e4tte u. Schuhgesch\u00e4ft?; 45: Drogerie Schmitz; 46: Metzgerei Kappert; 47: Blumen laden und weitere; 48: Zigarettengesch\u00e4ft (Schasiepen?) ; 49: Cafe R\u00f6cken?; 50: &#8211;; 51: Drogerie\/Apotheke?; 52: St. Laurentius;<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial;\">unseres Hauses vorbei. Da wo das Haus zu Ende war stand wieder ein Geb\u00e4ude ,eine Lagerhalle oder eine LKW-Garage, also davor wieder rechts, nach einigen Metern ging es nur rechts oder links weiter. Rechts konnte man bis zu einer kleinen, gr\u00fcnen Totobude gehen, dann war Schluss. In der anderen Richtung, zum Scheidtmanntor, stand links ein Wohnhaus, danach Annemarie\u00b4s Kneipe dann stand man schon auf der Hauptstra\u00dfe oder aber auf den Stra\u00dfenbahn-gleisen die hier ganz dicht an der Kneipe vorbei f\u00fchrten. Ich hab mal aus meiner Erinnerung versucht eine Skizze, so gut es ging, anzufertigen. Hoffentlich liege ich damit nicht zu sehr daneben.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial;\">Aber zur\u00fcck zu Nr. 14, auf der Skizze mit der Nr. 10 bezeichnet, das Zimmer der &#8222;Jungens&#8220; lag ein paar Stufen \u00fcber dem Flur, dem Estrich wie wir in nannten weil er einen Zementfu\u00dfboden hatte, der wohl gute 20-25 m\u00b2 Grundfl\u00e4che hatte. Neben dem &#8222;Sp\u00fclstein&#8220; stand dort ein Kohleherd mit Backofen zu dem sich sp\u00e4ter ein Gasherd gesellte. Ein altes Sofa, Tisch und St\u00fchle, eine Anrichte f\u00fcr Geschirr und Besteck, Also alles was zum Kochen und besonders zum Einkochen, den es gab einen gro\u00dfen Garten, ben\u00f6tigt wurde. In einer Ecke die Bottichwaschmaschine mit Wassermotor obendrauf. Au\u00dferdem wurde hier die gro\u00dfe Zinkbadewanne aufgestellt, die sowohl Waschtagen wie auch an den Badetagen ben\u00f6tigt wurde. Gegen\u00fcber der Eingangst\u00fcr f\u00fchrte eine Treppe in die &#8222;richtige&#8220; K\u00fcche, die etwa 1,50m \u00fcber dem Estrich lag, mit Tisch und St\u00fchlen, K\u00fcchenschrank und dem Kohleherd. Daran schloss sich ein Schlafzimmer, das ein Eckzimmer war, an, daneben ein kleines Zimmer, dann das Wohn- und Esszimmer das wieder ein Eckzimmer war. Von diesem Zimmer ging die zweite Treppe wieder auf den Estrich hinunter. Vom Eingang aus hinten rechts ging es \u00fcber eine Treppe in den Keller, dessen Tonnengew\u00f6lbe sich \u00fcber die ganze Breite des Geb\u00e4udes erstreckte. In verschiedenen Abteilungen wurden vorne die Kohlen gelagert, eine gro\u00dfe Kartoffelhorde und Regale mit Eingekochtem waren auf der anderen Seite unter gebracht. \u00dcber der Kellertreppe war die Holzstiege zum Dachboden eingebaut. Dort hatten die &#8222;M\u00e4dchen&#8220; auf der linken Seite ihre Kammer, die rechte Seite wurde sp\u00e4ter f\u00fcr meine Mutter, mich und meinen &#8222;neuen&#8220; Vater ausgebaut.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial;\">Ich kann mich nicht erinnern mich gelangweilt zu haben. Augenommen nat\u00fcrlich die Zeiten in denen ich, selbstverst\u00e4ndlich v\u00f6llig Grundlos, Hausarrest hatte. Entweder waren wir zusammen im Garten am Christinenweg, oder ich war mit ein paar &#8222;Kumpels&#8220; unterwegs. Brinkerplatz, Kirchspiel, Friedhof und Laurentiusberg luden zum Versteck spielen ein, der Bahnhofsvorplatz und Ruhrwiesen zum Drachen steigen zu lassen. Das &#8222;Eickenscheidter B\u00fcschken&#8220; war ein kleines W\u00e4ldchen mit einem Schilfbewachsenen Teich darin. Es war der ideale Platz um Kaulquappen, Fr\u00f6sche oder Stieglitze zu fangen oder einfach nur zu plantschen. Oft lagerte hier auch &#8222;fahrendes Volk&#8220;. Immer wenn die Wagen zwischen den B\u00fcschen standen bekamen wir in der Klasse Zuwachs. Die Kinder, wenn welche dabei waren, mussten w\u00e4hrend des Aufenthaltes die Schule besuchen. Ein Grund mehr immer wieder in das Geh\u00f6lz zu rennen, unter Missbilligung der Gro\u00dfen, die allerlei Krankheiten, Gefahr von Lausbefall und sonstige \u00dcbel als Grund anf\u00fchrten. Die Verbote halfen jedoch nie.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial;\">Es war ein tolles Haus, in dem ich viele gl\u00fcckliche Jahre verbracht habe. Es bot alles was ein altes Haus bieten konnte, die Angst im dunklen Keller genauso das Abenteuer Dachboden der nach und nach Sch\u00e4tze verschiedenster Art zutage brachte. Nachdem ich mit meinen Eltern nach Essen gezogen war haben mir lange die knarrenden Dielen und die klappernden L\u00e4den gefehlt, ebenso wie die wohlige W\u00e4rme der Kohle\u00f6fen, die Eisblumen an den Fenstern bei Frost und das Prasseln von Regeltropfen oder Hagelk\u00f6rnern auf dem Dach das an manchen Stellen mit Wellblech abdeckt war. Das monotone Ger\u00e4usch der Wassertropfen die auf dem Dachboden in alle m\u00f6glichen, eilig aufgestellten, Beh\u00e4lter fielen, habe ich allerdings nicht vermisst. Warum ich in dem alten Haus nie richtig gefroren habe wei\u00df ich bis heute nicht. F\u00fcr die Fl\u00e4che des Hauses dessen Mauern aus Lehmfachwerk bestanden waren die paar Kohle\u00f6fen doch eigentlich zu wenig. Klar, es gab W\u00e4rmflaschen oder Steinh\u00e4gerflaschen die mit hei\u00dfem Sand gef\u00fcllt worden waren. Au\u00dferdem wurden zum Anw\u00e4rmen oft Holzkl\u00f6tze, die vorher im Backofen erhitzt worden waren, in ein Tuch eingeschlagen und zum Vorw\u00e4rmen in die Betten gelegt, es gab auch einige knackige Winter. Vielleicht war es nur die Gewohnheit oder wir haben uns einfach nur w\u00e4rmer angezogen. Jedenfalls war in meine Kindheit &#8222;allet toffte&#8220;.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><a title=\"Mein R\u00f6pergraben\" href=\"http:\/\/hfsucher.kklick.com\/?page_id=2394\"><span style=\"font-family: Arial;\">Bilder vom R\u00f6pergraben und Scheidtmanntor<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>R\u00f6pergraben 14. wo? R\u00f6pergraben 14! Wo is\u00b4n das? In Steele! Wo? In Steele! Aha, wo is\u00b4n das? Bei Essen, H\u00e4? Sp\u00e4testens wenn man Nordrhein-Westfalen verlassen hatte musste ich mich oft mit solchen Frage-Antwort Spielchen auseinander setzen. 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